„Zu gut für die Tonne“ – Lebensmittelverschwendung sinnvoll bekämpfen

29.09.2025

Unter dem Motto „Zu gut für die Tonne“ ruft das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) erneut zu Aktionswochen gegen Lebensmittelverschwendung auf. Dazu erklärt, Ina Latendorf, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag:

„Was auf den ersten Blick wie eine begrüßenswerte Initiative aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als symbolpolitische Nebelkerze – und als weiterer Versuch, strukturelles Versagen hinter individuellen Konsumverhalten zu verstecken. Die eigentlichen Hauptverursacher der Lebensmittelverschwendung“, so Ina Latendorf weiter, „werden gar nicht benannt: Agrarindustrie, Handel, Logistikunternehmen und politische Institutionen, die ein auf Profit und Überproduktion ausgerichtetes Ernährungssystem stützen.“

Ina Latendorf erläutert:

„Ein Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht nicht in privaten Haushalten, sondern entlang der Produktions- und Lieferkette – auf Feldern, bei der Weiterverarbeitung, im Großhandel und im Einzelhandel. Supermärkte vernichten täglich Tonnen an genießbaren Lebensmitteln, weil sie nicht der Norm entsprechen, das Haltbarkeitsdatum überschritten oder weil es wirtschaftlich günstiger ist, Ware wegzuwerfen als sie weiterzugeben.“

Ina Latendorf fordert:

„Wohlmeinende PR-Kampagnen mit prominenter Begleitung gibt es genug, nötig ist stattdessen eine radikale Agrar- und Ernährungswende. Das bedeutet: Weg von einem kapitalistischen Lebensmittelsystem, das Profit über Menschenwürde und Nachhaltigkeit stellt – hin zu einem solidarischen, ökologischen und demokratisch kontrollierten Umgang mit Lebensmitteln. Wer ernsthaft und sinnvoll gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen will, muss die Systemfrage stellen!“